Festbrennweiten – nur was für Freaks?

Eine durchaus berechtigte Frage, die sich einem da stellt!
Zugegeben: Zooms vereinen verschiedene Brennweiten in einem Objektiv. Vorteil: Kein Wechsel nötig, kein Hin- und Her-Gelaufe – einfach am Ring drehen (oder schieben) und auslösen. Eine bequeme Sache.

Und dennoch setzen nicht wenige, vor allem kreative Fotografen verstärkt Festbrennweiten ein. Und das keineswegs aus Nostalgie. Es sind vielmehr bildgestalterische und technische Argumente, die vor allem qualitätsbewusste Bildermacher zu Festbrennweiten greifen lassen.

Du bist der Art Director
Gestaltung ist alles – und du allein bestimmst darüber. Der Einsatz eines Objektivs mit fester Brennweite verlangt dem Fotografen eine intensive Beschäftigung mit dem Blickwinkel, dem Abstand und der Perspektive zum Motiv ab.

Den gewünschten Bildausschnitt muss sich der Fotograf durch die Entfernung der Kamera zum Motiv erlaufen, den Bildwinkel gibt dabei die Brennweite vor: Je größer er ist, je horizontal weiter also der Blick reicht, desto mehr ist auch vom Umfeld des Hauptmotivs zu sehen.
Umgekehrt erreicht ein sehr enger Bildwinkel (also eine entsprechend große Brennweite) die Konzentration auf das Hauptmotiv oder auch nur Teile davon. Die Kombination aus Abstand und Winkel erzeugen außerdem eine scheinbare Streckung (beim Weitwinkel-) oder Stauchung (beim Teleobjektiv) der Abstände einzelner Elemente im Bild zueinander. Der vertikale Standpunkt ist zudem geeignet, diesen Effekt noch zu verstärken.

In der Praxis bedeutet dies ein gezielteres Arbeiten und eine bewusstere Bildkomposition. Wer etwa bei einem gegebenen Abstand am Zoomring seines Objektivs so lange dreht, bis er den passenden Bildausschnitt gefunden hat, der beraubt sich der gestalterischen Vielfalt des Bildwinkels. Denn der ist dann nur ein zufälliges Produkt der für den gewünschten Ausschnitt erforderlichen Brennweite.

Dein Blickwinkel macht den Unterschied:
Ganz anders bei der Festbrennweite: Entscheidet sich der Fotograf beispielsweise für unser VM 21 mm / F 1,8 Ultron mit einem diagonalen Bildwinkel von 91 Grad, bekommt er mehr Umgebung auf sein Bild als etwa beim VM 50 mm / F 1,1 Nokton mit einem Bildwinkel von knapp 46 Grad. Dabei wirkt sich der Abstand zum Motiv auf dessen perspektivische Darstellung aus, nicht auf den Betrachtungswinkel. Kommt ein porträttaugliches Teleobjektiv wie das VM 75 mm / F 1,8 Heliar Classic zum Einsatz, lenkt der Bildwinkel von rund 33 Grad den Blick des Betrachters gezielt auf das Hauptmotiv und hebt es aus dem Umfeld heraus. Zudem erzeugt der erforderliche Abstand zum Porträtierten in diesem Brennweitenbereich harmonisch wirkende Proportionen im Bild.

Die Wahl der passenden Brennweite ergibt sich also aus der jeweiligen Motivsituation. Brennweiten zwischen 70 und 110 mm sind die klassischen Porträt-Brennweiten und erzielen ein gelungenes Bild. Wer den Menschen in seinem Umfeld, seinem Lebensumstand oder der Arbeitswelt zeigen will, der greift eher zum 35-mm- oder 50-mm-Objektiv. Für Landschaften und Architektur kommen häufig 21 mm bis 40 mm zum Einsatz. Wir bieten zudem Ultraweitwinkel-Objektive mit Brennweiten zwischen 10 mm und 15 mm sowie ein leichtes Tele-Makro mit 65 mm Brennweite an.

Das perfekte Werkzeug für Deine Ansprüche:
Eines ist allen unseren Objektiven gemein, nämlich die hervorragende optische und mechanische Leistung sowie das haptische Erlebnis, mit einem der leichtgängigen und präzise verarbeiteten Produkte zu fotografieren.

Lichtstärke, Bokeh und Auflösung sind Argumente, die unsere Objektive auch aus technischer Sicht zu Ausnahme-Athleten machen. Mehr als die Hälfte der Objektive besitzen eine Anfangsblende von f/1,x, die vier Micro-FourThirds-Objektive zeigen sogar eine Lichtstärke von f/0,95.
Diese herausragende Eigenschaft erlaubt nicht nur Available-Light-Aufnahmen von höchster Qualität, sondern auch das gezielte Spiel mit Unschärfe und ein charakteristisches Bokeh. In diesem Zusammenhang ist unter anderem die Zahl der Blendenlamellen ausschlaggebend, die eine kreisrunde Öffnung garantieren. In den E-, MFT- und VM-Objektiven kommen zehn Lamellen zum Einsatz, neun sind es bei Objektiven mit SL-II-Anschluss.

Die bessere Auflösung und die höhere Randschärfe resultieren vor allem aus der hervorragenden optischen Konstruktion und der Vergütung. Ein weiterer Vorteil gegenüber Zooms: In Festbrennweiten kommen in der Regel weniger Linsen zum Einsatz als in Zoomobjektiven. Das verringert die Gefahr optischer Fehler durch Brechung an den Oberflächen drastisch.

Auch in Sachen Größe und Gewicht bieten Festbrennweiten meist Vorteile. Bei all den hochwertigen Gläsern und Gehäusematerialien, die zum Einsatz kommen, haben die Ingenieure nicht vergessen, welchen Komfort eine vertretbar kompakte Konstruktion mit sich bringt. Weitere Besonderheiten in unserem Programm sind etwa das selektive Blendenkontrollsystem, das es MFT-Fotografen (und teilweise auch Sony-E-Fotografen) erlaubt, die Blende klassisch zu rasten, oder – für den Videodreh – auch stufen- und geräuschlos einzustellen. SL-II-Objektive mit Nikon-Anschluss und auch Objektive mit Sony-E-Anschluss besitzen einen integrierten Prozessor, der mit der Kameraelektronik kommuniziert und für eine bessere Belichtung mit natürlichem oder Blitzlicht sorgt. Alle unsere Voigtländer-Objektive zeigen ein hervorragendes Leistungsspektrum, die punktgenaue manuelle Fokussierung unterstreicht den kreativen Charakter dieser ganz besonderen Festbrennweiten für Kenner.

Im Vergleich zum beliebten Standard-Zoom, das bei 24 mm startet, zeigt das Ultra-Weitwinkel von Voigtländer einen signifikant größeren Bildwinkel – gerade bei Architekturaufnahmen ein unschätzbarer Vorteil. Einen derart gigantischen Weitblick bietet am großen Bildsensor kein Zoom-Objektiv, überdies gelingt es bei Festbrennweiten besonders gut, optische Fehler zu minimieren. So ist selbst bei 10 mm de facto keine Verzeichnung zu erkennen.

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Auf unserer Homepage findest Du immer wieder Ankündigungen, bei welchen Händlern im Rahmen von Aktionstagen das gesamte Sortiment zum Anfassen und Ausprobieren zur Verfügung steht!