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Tipps und Tricks

Lockern vor der Linse

Ein gutes Porträt gestaltet ein Fotograf aus unzähligen Zutaten: der Umgebung, Lichtführung, Blickwinkel und tausend anderen. Aber eine Idee lässt es garantiert scheitern: Wenn er von seinem Gegenüber verlangt, er solle sich spontan verhalten. Dieses Paradox lässt jeden vor der Kamera erstarren.

Die besten Chancen, eine natürliche Stimmung abzulichten, erhält man natürlich mit Schnappschüssen. Leider muss man dazu entweder hellsichtig ein Ereignis erahnen oder einfach Glück haben, den richtigen Augenblick zu erwischen. Doch auch wenn die Aufnahme kontrolliert gemacht werden soll, lässt sich mithilfe einiger Regeln ein ungekünsteltes Ergebnis erzielen.

Selbst wenn nur wenig Zeit ist, kann man fast jede Situation entspannen. Die erste Regel ist:


Indem man redet und zum Teil des Geschehens wird, entstehen die schönsten Schnappschüsse.

1. Starren Sie Ihren Gegenüber nicht stumm an, so dass er sich wie das Kaninchen vor der Schlange fühlt. Wer stattdessen plaudert und wie nebenbei Fotos schießt, entlockt ein Lächeln, schafft Vertrauen und löst die Körperhaltung.

Schon eine leichte Kopfdrehung durchbricht die Starre.

2. Ein mittig aufgestelltes Model in Frontalansicht ist so uninteressant wie ein Backstein. Selbstverständlich gibt es für diese Regel auch Ausnahmen. Zumindest sollte man sein Model bitten, den Kopf leicht zu drehen. Entweder erhält der Fotograf so einen spannenderen Seitenblick. Oder er wechselt selbst seine Position, um wieder ins Gesicht zu blicken, profitiert aber von der Körperspannung seines Models.

Auch im Sitzen muss niemand statisch wirken.

3. Auch im Sitzen gibt es eine Minimalanforderung, um steife Posen zu vermeiden. Sie gehört zum Standard jedes Fotostudios: Der Stuhl wird etwas seitlich gedreht, das Model setzt sich darauf und wendet das Gesicht dem Fotografen zu. Auch so wird wieder eine Körperspannung erreicht, die nicht so steif wirkt.

Fordern Sie das Model auf zu gehen, tanzen, nicken oder sich zu drehen.

4. Sich auf Kommando aufreizend hinzustellen, funktioniert nur bei trainierten Models. Doch lichtet man auch Normalsterbliche dynamisch ab, wenn sie einfach aus der aus der Bewegung heraus fotografiert werden. Die Kamera sollte dabei auf Serienaufnahmen eingestellt sein, falls sie es erlaubt. Und während das Model langsam aufsteht, sich zusammenrollt oder dreht, gelingt mit hoher Wahrscheinlichkeit eines der Bilder.
Wer etwas Zeit zur Vorbereitung hat, kann zusätzlich die beiden folgenden Regeln beherzigen:


5. Bevor die eigentliche Aufnahmesitzung beginnt, darf man besinnungslos die Speicherkarte füllen. Auch manche Profifotografen legen am Anfang eines Shootings keinen Film ein, sondern knipsen ohne drauflos. Erst wenn die Atmosphäre ungezwungen ist, machen sie die Kamera scharf. Die ersten Versuche müssen ohnehin meist gelöscht werden. Aber wenn der Auslöser bereits hundert Mal geklickt hat, ist die erste Nervosität auf beiden Seiten längst verflogen.

 

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